Holzvergasung – effiziente Energiegewinnung der Zukunft

Holzvergasung ist eine effiziente Methode der Energiegewinnung. Im Gegensatz zur Holzverbrennung garantiert die Holzvergasung eine nahezu vollständige Verwertung der Biomasse.

HolzvergasungHolzvergasung / Holzverbrennung

Beide Methoden stellen unterschiedliche Verfahren zur Wärme- oder Energieerzeugung dar. Beide Verfahren arbeiten mit der Ressource Holz in Form von Scheitholz, Hackschnitzel oder Pellets. Weiterhin produzieren beide Verarbeitungsmethoden Wärme.

Bei Holzverbrennungsanlagen wird nur die Wärme genutzt, die durch das Feuer selbst produziert wird. Es wird aber kein nutzbares Gas produziert. Holzvergasungsanlagen hingegen nutzen die Gase, die beim Verbrennen entstehen.

Wichtig: In Beschreibungen für Holzheizungen wird öfters von „Vorofenvergasern“ und „Scheitholzvergasern“ geschrieben. Solche Geräte können in einem zweiten Prozess die entstehenden Gase für die Nachverbrennung nutzen. Es wird jedoch kein Produktgas produziert, das einen Motor antreiben könnte.

Der Holzvergaser erhöht also die Nutzungsmöglichkeiten von Holz zur Energiegewinnung. Das aufgefangene Gas kann zum Heizen verwendet werden und warmes Wasser oder sogar Strom erzeugen. Als Abfallprodukte bleiben nur Asche und geringe Wärmeverluste. Die fast vollständige Verwertung der Ressource Holz ist ein großer Vorteil der Holzvergasung. Ein weiterer, entscheidender Vorteil sind die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten von Produktgas bei der Energiegewinnung.

Wie funktioniert die Holzvergasung?

Der Gedanke, dass Holz zu Gas werden kann, erscheint zunächst abwegig. Wer jedoch schon einmal an einem offenen Feuer gesessen hat, weiß, dass verbranntes Holz einen Eigengeruch hat. Dieser Geruch kommt von Gasen, die bei der Verbrennung von Holz entstehen.

Die Holzvergasung geschieht in vier Schritten, die temperaturabhängig sind:

Holz besteht zu einem großen Teil aus Wasser. Bei Temperaturen bis 150°C findet die Trocknung statt. Das enthaltene Wasser verdampft. Die zweite Phase ist die Pyrolyse. Bei bis zu 600°C wird der Großteil der Holzmasse zu Gasen (85%). Anschließend findet bei bis zu 1300°C eine Verbrennung der restlichen Biomasse statt. Dabei wird der noch gebundene Kohlenstoff sowie ein Teil der entstandenen Gase verbrannt (Phase der Oxidation). Die entstandene Energie kommt in der vierten und letzten Phase zum Einsatz, der Reduktion. Dabei wandeln sich die Gase in heizwertreiche Bestandteile um. Diese sind unter anderem Kohlenmonoxid, Wasserstoff und Methan. Während des gesamten Prozesses dient Luft oder Wasserdampf als Vergasungsmittel, welches den Prozess befördert.

Es entsteht ein Kettenreaktion. Freigewordene Gase setzen wiederum weitere Gase frei, die dann Verwendung in der Wärmeerzeugung finden.

Was passiert nach der Holzvergasung?

Nachdem der Holzvergaser die Biomasse Holz in Gas umgewandelt hat, wird dieses für die weitere Nutzung aufbereitet. Die Gasaufbereitung reinigt das Gasprodukt von Restprodukten wie Asche und kühlt es auf eine bestimmte Temperatur. Das fertige Produktgas ist dann bereit für die Energieerzeugung. Blockheizkraftwerke (BHKW) erzeugen mit Hilfe der Holzvergasung Wärme und Strom.

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