Bioethanol – der klimafreundliche Kraftstoff

Je mobiler unsere Gesellschaft wird, desto stärker steigt die Nachfrage nach Kraftstoffen für den Antrieb von Fahrzeug-, Schiffs- und Flugzeugmotoren. Der Biokraftstoff Bioethanol ist eine klimafreundliche Alternative zu den immer knapper werdenden Kraftstoffen auf Erdgas- und Erdölbasis. Doch was ist Bioethanol überhaupt und wie wird es eingesetzt?

Bioethanol wird aus nachwachsender Biomasse hergestellt. Für die Produktion von Bioethanol werden in erster Linie zucker-, stärke- und cellulosehaltige Pflanzen wie Zuckerrüben, Getreide, Stroh oder Holzreste verarbeitet. Durch Fermentation entsteht reines Ethanol, ein Alkohol, der in unterschiedlicher Konzentration mit anderen Kraftstoffen wie zum Beispiel Benzin vermischt wird. Die Bezeichnung Bioethanol E85 bedeutet, dass in diesem Biokraftstoff 85 % reiner Bioethanol enthalten ist. Als Ersatz für Kraftstoffe auf Erdölbasis eignet sich Bioethanol zum einen besonders gut, um die CO2-Emissionen von Verbrennungsmotoren zu verringern. Zum anderen kann trotz der drohenden Verknappung fossiler Brennstoffe die Mobilität unserer Gesellschaft aufrecht erhalten werden.

Bioethanolproduktion

Ökologische und soziale Kriterien für Bioethanol in der Schweiz

Mit der Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls hat sich die Schweiz dazu verpflichtet, die Treibhausgas-Emissionen zu verringern. Ein wichtiger Beitrag dazu leistete die Einführung des Biokraftstoffes Bioethanol E85. Mit der Optimierung einiger rechtlicher Rahmenbedingungen ebnete der Bund den Weg für den privatwirtschaftlichen Handel mit Bioethanol in der Schweiz. Unter anderem wurde Bioethanol von der Mineralölsteuer befreit.

Bioethanol war lange in der Kritik. Die Herstellung war nicht immer klimafreundlich und bei der Gewinnung neuer Anbauflächen für Biomasse wurden häufig Regenwälder und andere schützenswerte Naturräume zerstört. So fiel die CO2-Bilanz häufig sogar negativ aus, weil große Mengen an im Boden gespeichertem CO2 durch die Abholzung von Anbauflächen freigesetzt wurden.

Aus diesem Grund dürfen in der Schweiz nur Bioethanol-Produkte eingeführt und verkauft werden, die ökologische und soziale Mindestanforderungen erfüllen. So soll gewährleistet sein, dass die Bioethanol-Produktion keine Konkurrenz zur Nahrungs- oder Futtermittel-Produktion darstellt. Zusätzlich muss die CO2-Bilanz von Bioethanol im gesamten Produktionsprozess positiv sein. Vom Anbau des Rohstoffes über den Transport bis hin zur Produktion von Bioethanol müssen Nachweise erbracht werden, die belegen, dass diese ökologischen und sozialen Mindestanforderungen eingehalten werden.

Bei Bioethanol, das auf dem Schweizer Markt erhältlich ist, können Verbraucher sicher sein, dass der Kraftstoff ethisch korrekt hergestellt wurde und die CO2-Emissionen gesenkt werden.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne Bewertung: 4,67 (6 Stimmen)